Warum acht Jahre keine magische Grenze sind – und woran du erkennst, wann deine Matratze wirklich ausgetauscht werden sollte.
Sieben Jahre. Acht Jahre. Zehn Jahre. Wer danach sucht, wie lange eine Matratze hält, bekommt erstaunlich genaue Antworten. Fast könnte man meinen, irgendwo im Inneren würde eine kleine Uhr mitlaufen. Tut sie natürlich nicht. Eine Matratze hat kein technisches Verfallsdatum. Entscheidend ist nicht allein, wie viele Jahre sie auf dem Buckel hat, sondern auch, wie gut sie ihren eigentlichen Job noch macht.
Bei enjoy. fertigen wir seit 2009 Matratzen in unserer Produktion in Paderborn. Mehr als eine Million Matratzen sind dort inzwischen entstanden. Wir sehen also nicht nur die fertige Matratze, sondern auch das, was später niemand mehr sieht: Kerne, Schäume, Federn, Bezüge und ihren Aufbau. Und deshalb sind wir bei pauschalen Aussagen wie „Nach acht Jahren muss eine Matratze raus“ ein bisschen vorsichtig.
Muss eine Matratze nach acht Jahren ausgetauscht werden?
Nicht automatisch.
Für die mechanische Lebensdauer einer Matratze gibt es kein festes Ablaufdatum. Wie lange sie ihre Liegeeigenschaften behält, hängt von ihrer Konstruktion, den verwendeten Materialien, der täglichen Belastung, dem Körpergewicht, dem Unterbau und der Pflege ab.
Ganz bedeutungslos ist das Alter trotzdem nicht. Aus hygienischer Sicht sind sieben bis zehn Jahre eine sinnvolle Orientierung. Das Umweltbundesamt empfiehlt, Matratzen etwa alle sieben bis zehn Jahre zu erneuern, unter anderem wegen der zunehmenden Belastung mit Hausstauballergenen.
Zwei Matratzen können also am selben Tag gekauft worden sein und acht Jahre später technisch in völlig unterschiedlichem Zustand sein. Neben dem Kalender lohnt sich deshalb immer auch ein Blick auf die Matratze selbst.
Warum wird eine Matratze überhaupt schlechter?
Weil sie ziemlich viel arbeitet.
Nacht für Nacht wird eine Matratze über Stunden belastet. Sie gibt unter Schulter, Becken und anderen Körperbereichen nach, trägt Gewicht und soll anschließend wieder möglichst zuverlässig in ihre ursprüngliche Form zurückkehren. Und das nicht zehnmal, sondern über Jahre hinweg Tausende Male.
Dabei können sich Materialeigenschaften verändern. Schäume und Polstermaterialien werden immer wieder komprimiert und entlastet, und auch bei einer Federkernmatratze besteht das Innenleben nicht ausschließlich aus Federn. Wann solche Veränderungen spürbar werden, lässt sich deshalb nicht an einer bestimmten Jahreszahl festmachen.
Dass bei der Haltbarkeit genau solche Veränderungen eine Rolle spielen, zeigt auch die Matratzenprüfung der Stiftung Warentest. Dort werden unter anderem Veränderungen von Härte und Höhe nach einer simulierten jahrelangen Beanspruchung untersucht.
Woran erkenne ich eine alte oder durchgelegene Matratze?
Ein deutliches Zeichen können Verformungen sein, die auch nach der Entlastung bestehen bleiben. Eine Matratze darf sich unter deinem Körper natürlich verändern – genau das soll sie sogar. Auffällig wird es, wenn sich bestimmte Bereiche dauerhaft anders anfühlen oder sichtbare Vertiefungen nicht mehr zurückbilden.
Aber Verschleiß muss nicht immer wie eine große Kuhle aussehen. Vielleicht sinkst du an deinem gewohnten Schlafplatz inzwischen anders ein als früher. Vielleicht fühlt sich die Mitte deutlich anders an als ein kaum genutzter Bereich. Oder du hast schlicht das Gefühl, dass deine Matratze nicht mehr so trägt wie früher.
Dann lohnt sich ein kleiner Check.
Der 5-Minuten-Matratzencheck
Zieh Bettwäsche und Spannbettlaken ab und schau dir deine Matratze zunächst ohne Belastung an. Sind dauerhafte Vertiefungen oder deutliche Unterschiede zwischen den Liegebereichen zu erkennen?
Drück anschließend an verschiedenen Stellen auf die Matratze. Fühlt sich dein üblicher Schlafbereich deutlich anders an als Bereiche, auf denen kaum gelegen wird?
Und dann kommt der wichtigste Teil: Leg dich hin.
Nicht nur auf deinen üblichen Platz, sondern anschließend auch einmal weiter zur Mitte oder auf eine weniger beanspruchte Stelle. Fühlt sich die Matratze dort deutlich anders an, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Beobachte außerdem, ob sichtbare Vertiefungen nach der Belastung wieder verschwinden oder dauerhaft bestehen bleiben.
Das ersetzt natürlich keinen standardisierten Haltbarkeitstest. Aber es kann dir einen praktischen ersten Hinweis darauf geben, ob sich deine Matratze im Laufe der Jahre deutlich verändert hat.
Wie viele Jahre hält eine gute Matratze?
Darauf würden wir gerne eine wunderbar konkrete Zahl schreiben. Nur wäre sie nicht besonders seriös.
Sieben bis zehn Jahre sind eine sinnvolle Orientierung, insbesondere unter hygienischen Gesichtspunkten. Ob eine Matratze technisch noch gut funktioniert, kann sich innerhalb dieses Zeitraums jedoch sehr unterschiedlich entwickeln.
Eine wenig beanspruchte und gut erhaltene Matratze kann ihre Liegeeigenschaften länger bewahren. Eine stark beanspruchte Matratze kann früher deutliche Veränderungen zeigen. Auch die Schlafsituation spielt eine Rolle: Eine Person mit 60 Kilogramm belastet einen Matratzenkern anders als eine Person mit 110 Kilogramm. Und eine Matratze, die jede Nacht genutzt wird, erlebt etwas anderes als die Matratze im Gästezimmer.
Die bessere Frage lautet deshalb nicht nur: Wie alt ist meine Matratze?
Sondern auch: Wie gut funktioniert sie heute noch?
Kann man die Lebensdauer einer Matratze verlängern?
Ein bisschen schon.
Wenn deine Matratze dafür vorgesehen ist, kannst du sie regelmäßig drehen oder wenden. Dadurch wird nicht jahrelang exakt derselbe Bereich auf dieselbe Weise belastet. Wichtig ist außerdem, dass Feuchtigkeit wieder aus Matratze und Bett entweichen kann. Auch das Umweltbundesamt empfiehlt, die Matratze morgens zunächst unbedeckt zu lassen und gut zu lüften.
Auch der Unterbau sollte zur Matratze passen und intakt sein. Denn selbst eine gute Matratze kann ihre Eigenschaften nicht vernünftig ausspielen, wenn das, worauf sie liegt, bereits stark nachgibt oder beschädigt ist.
Und schließlich lohnt sich ein Blick auf die Pflegehinweise des Herstellers. Nicht jede Matratze darf gewendet werden, nicht jeder Bezug wird gleich gereinigt und nicht jeder Aufbau funktioniert auf jedem Untergrund.
Was ist mit der Hygiene?
Auch sie gehört zur Frage nach der Lebensdauer einer Matratze – allerdings getrennt davon, ob der Kern technisch noch funktioniert.
Nacht für Nacht gelangen Feuchtigkeit, Hautschuppen und andere Rückstände ins Bett. Gute Belüftung und die richtige Pflege sind deshalb wichtig. Ein abnehmbarer und entsprechend der Pflegeanleitung waschbarer Bezug kann die Reinigung zusätzlich erleichtern.
Ist eine Matratze stark verschmutzt, riecht dauerhaft unangenehm oder lässt sich aus hygienischen Gründen nicht mehr vernünftig reinigen, kann ein Austausch sinnvoll sein, auch wenn der Kern noch keine offensichtliche Kuhle zeigt.
Mechanischer Zustand und Hygiene sind also zwei verschiedene Dinge. Beide können darüber entscheiden, wann es Zeit für eine neue Matratze wird.
Wann sollte ich meine Matratze wirklich wechseln?
Nicht automatisch an ihrem achten Geburtstag.
Du solltest über einen Austausch nachdenken, wenn dauerhafte Verformungen entstanden sind, sich einzelne Bereiche deutlich unterschiedlich anfühlen oder sich das Liegeverhalten der Matratze im Laufe der Zeit merklich verändert hat. Auch der hygienische Zustand kann ein Grund sein.
Und natürlich zählt dein eigenes Liegegefühl. Wenn du über Jahre gut auf einer Matratze geschlafen hast und sie sich inzwischen deutlich anders anfühlt, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass jede unbequeme Matratze verschlissen ist. Manchmal passt schlicht die Festigkeit nicht zur Person. Wenn du dir dabei unsicher bist, findest du in unserem Ratgeber zu Matratzen-Härtegraden mehr dazu.
Genau deshalb lohnt es sich, Verschleiß und eine nicht passende Abstimmung voneinander zu unterscheiden.
Nicht auf den Kalender schauen. Auf die Matratze.
Vielleicht ist das die wichtigste Antwort auf die Frage nach der Lebensdauer einer Matratze.
Sie muss nicht automatisch raus, nur weil ihr achter Geburtstag im Kalender steht. Gleichzeitig sind sieben bis zehn Jahre aus hygienischer Sicht eine sinnvolle Orientierung.
Schau deshalb nicht nur aufs Alter. Schau auf ihren Zustand. Prüf, ob sich dauerhafte Verformungen gebildet haben. Vergleich unterschiedlich stark belastete Bereiche. Und vor allem: Achte darauf, ob sich deine Matratze noch so anfühlt, wie sie sollte.
Wenn du merkst, dass es tatsächlich Zeit für eine neue wird, kannst du dich in unserem Matratzenwissen aus Paderborn zunächst in Ruhe informieren oder dir unsere Matratzen direkt aus eigener Fertigung ansehen.
Wir fertigen seit 2009 Matratzen in Paderborn. Deshalb interessiert uns natürlich, wie alt eine Matratze ist.
Noch interessanter finden wir allerdings eine andere Frage:
Wie gut macht sie heute noch ihren Job?



Vom Auto ins Bett.
Wie hoch sollte eine Matratze sein?
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