Dunja, du darfst drei Sätze auf jeden Zollstock in Deutschland drucken. Welche wären das?
„Das passt schon" ist keine Maßeinheit. Schrägen werden nicht geschätzt. Und wenn du dir unsicher bist: ruf mich an.
Klingt nach einer Regel, die du dir selbst mal eingebrockt hast.
Mehrfach.
Was ist der Satz, den du von Campern am häufigsten hörst?
„Zu Hause schlafen wir besser." Danach kommt fast immer die ganze Geschichte gratis dazu. Erst andere Liegeposition. Dann ein dicker Topper als Pflaster. Dann noch einer. Dann ein neues Kissen. Und irgendwann: „Jetzt müssen wir wohl doch an die Matratze ran."
Topper sind also die Notlösung vor der eigentlichen Lösung?
Ein guter Versuch, das Problem kleinzureden, bevor man es löst.
Was verrät dir eine Schablone über die Person, die sie gemacht hat?
Mehr, als ihr lieb wäre. Manche beschriften jede Ecke, jeder Pfeil sitzt. Andere schicken ein Foto mit dem Kommentar: „Ich hoffe, ihr könnt damit was anfangen." Kann ich meistens. Muss ja nicht schön sein, ich muss nur verstehen, was gemeint ist.
Und wenn du's nicht verstehst?
Dann greife ich zum Telefon, bevor ich anfange zu raten. Rateverbot bei mir selbst.
Was fragst du dann zuerst?
„Wo ist das Kopfende?" Danach: „Wenn du vor dem Bett stehst – ist die Schräge links oder rechts?" Da lacht selbst der Kunde manchmal über sich selbst.
Welches Maß wird am häufigsten unterschätzt?
Die Schräge. Immer die Schräge.
Warum ausgerechnet die?
Weil sie einfach aussieht. „Wird schon ungefähr stimmen." Wird sie nicht. Im Camper wird jeder Zentimeter genutzt – fehlt einer, merkst du das nicht beim Einbauen. Sondern nachts, um drei.
Gibt's Schablonen, die du nie vergisst?
Ja. Nicht die kompliziertesten – die mit dem Zettel dabei. „Es geht in vier Wochen nach Schweden." Oder: „Erster Urlaub mit den Enkeln." Dann denk ich nur: Hoffentlich passt es auf Anhieb.
Und die, bei denen du erst mal schlucken musstest?
Klar, gibt's auch. Man schaut drauf und denkt: So. Wo fang ich an. Aber ehrlich – wenn jeden Tag nur Rechtecke kämen, wäre der Job ziemlich öde.
Viele denken vermutlich: Schaumstoff zuschneiden, Bezug drüber, fertig.
Der Schaumstoff ist der leichte Teil. Der Bezug muss danach exakt dieselbe Form haben – jede Schräge, jede Rundung, jede Aussparung. Sitzt er nicht, sieht man's sofort. Das ist die eigentliche Arbeit.
Du leitest die Näherei – dann ist der Bezug natürlich das Wichtigste im ganzen Prozess.
Ich bin da nicht ganz neutral. Aber ja.
Worauf bist du am meisten stolz?
Dass wir nichts durchwinken. Unklar heißt nachfragen. Komisch heißt nochmal hinschauen. Am Ende soll niemand denken: Hätte ich doch nochmal gemessen.
Denkst du manchmal darüber nach, wo eure Matratzen landen?
Ständig. Ich steh vor einer fertigen Matratze und frag mich: Nordsee? Italien? Norwegen? Wir kennen die Leute meistens nicht. Aber wir wissen, dass unsere Arbeit mit in den Urlaub fährt.
Was ist das schönste Feedback, das du bekommst?
„Endlich schlafen wir im Camper genauso gut wie zu Hause." Mehr muss ich nicht hören.
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„Ay, ay, ay … wer hat sich denn dieses Bett ausgedacht?“
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